Informationspflichtig

Informationspflichtige invasive Pflanzen, aufgeführt in Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung (FrSV, SR 814.911), sind Arten, die potenziell problematisch sind, aber nicht so gravierend wie verbotene Pflanzen. Für diese Arten besteht keine generelle Einfuhr- oder Anpflanzungsverbotsregelung, jedoch eine Verpflichtung zur Überwachung und Information. Ziel ist es, ihre Verbreitung zu kontrollieren und frühzeitig Maßnahmen gegen mögliche schädliche Auswirkungen einzuleiten.

Bild der Myriophyllum Heterophyllum im Habitus

Myriophyllum heterophyllum (Verschiedenblättriges Tausendblatt)

Das Verschiedenblättrige Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum) ist eine mehrjährige, ursprünglich aus Nordamerika stammende Wasserpflanze, die sich aufgrund ihres Gestaltungseffekts und Robustheit zunächst als Aquarien- und Teichpflanze verbreitet hat. Inzwischen tritt sie in vielen Regionen Europas invasiv auf, darunter auch in Teilen der Schweiz. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit und ihr ausgeprägtes vegetatives Wachstum stellt sie eine ernstzunehmende Bedrohung für heimische Wasserökosysteme dar. M. heterophyllum bildet dichte Bestände, die andere Wasserpflanzen verdrängen, das ökologische Gleichgewicht stören und die Wasserqualität beeinträchtigen. Im Gegensatz zum Brasilianischen Tausendblatt (M. aquaticum) weist diese Art weniger deutlich differenzierte Übergänge zwischen untergetauchten und über Wasser wachsenden Pflanzenteilen auf, und ihre emergenten Blätter sind starrer und stärker strukturiert.

Bild von Aster Novi-belgii, Lizenz TeunSpaans, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Aster novi-belgii aggr. (Neubelgische Astern)

Die Neubelgischen Astern (Aster novi-belgii aggr.) sind eine Gruppe von ausdauernden krautigen Pflanzen, die ursprünglich aus Nordamerika stammen. Sie wurden seit dem 17. Jahrhundert in Europa als Zierpflanzen kultiviert und sind mittlerweile weit verbreitet. Aufgrund ihrer Blütenpracht, die von Spätsommer bis in den Herbst hinein reicht, sind sie eine beliebte Gartenpflanze. Einige verwilderte Formen haben sich jedoch als invasive Arten erwiesen, die in natürlichen Lebensräumen heimische Pflanzen verdrängen können.

Bild von der Blühenden Amorpha fruticosa - Dalgial, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Amorpha fruticosa (Bastardindigo)

Der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) ist ein laubabwerfender Strauch, der ursprünglich aus Nordamerika stammt. Er wurde im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt und hat sich seither in verschiedenen Regionen stark ausgebreitet. Besonders an Flussufern, in Auenwäldern und auf gestörten Böden ist er häufig zu finden. Durch seine dichte Wuchsform und seine Fähigkeit, Stickstoff im Boden anzureichern, beeinflusst er ökologische Systeme erheblich. Seine violetten Blüten mit gelben Staubbeuteln machen ihn zu einer beliebten Zierpflanze, gleichzeitig wird er aber als invasive Art eingestuft, da er heimische Vegetation verdrängt und ökologische Gleichgewichte stören kann.

Bild der Blüten der Falsche Mimosa (Acacia dealbata)

Acacia dealbata (Falsche Mimose)

Die Falsche Mimose (Acacia dealbata) ist ein schnell wachsender, immergrüner Strauch oder Baum, der ursprünglich aus Australien stammt. Im 18. Jahrhundert wurde sie als Zierpflanze in Europa eingeführt und hat sich seitdem in vielen Ländern, vor allem im Mittelmeerraum, stark verbreitet. Bekannt für ihre auffälligen gelben Blüten und ihre Fähigkeit, auch auf nährstoffarmen Böden zu gedeihen, hat sich die Falsche Mimose als invasive Art etabliert. Sie verdrängt heimische Pflanzen und verändert die Vegetation durch die Bereitstellung von Stickstoff im Boden.

Bild der Trachycarpus Wagnerianus in einem Garten gepflanzt

Trachycarpus fortunei (Fortunes Hanfpalme)

Die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ist eine robuste und attraktive Pflanze, die ursprünglich aus den gemäßigten Regionen Chinas stammt. Sie zeichnet sich durch ihre fächerartigen Blätter und einen markanten, faserigen Stamm aus, der der Pflanze ihre charakteristische Erscheinung verleiht. Aufgrund ihrer Winterhärte und Anpassungsfähigkeit ist sie in vielen gemäßigten Klimazonen als Zierpflanze beliebt und wird oft in Gärten und öffentlichen Grünanlagen eingesetzt. Die chinesische Hanfpalme ist besonders pflegeleicht und kann bei entsprechender Pflege eine hohe Lebensdauer erreichen. Sie ist allerdings in einigen Regionen wie der Schweiz invasiv, da sie sich hier schnell ausbreiten kann und lokale Pflanzenarten verdrängt, wenn sie nicht kontrolliert wird.

Verfärbung der Blätter von der Parthenocissus quinquefolia

Parthenocissus quinquefolia (Fünffingerige Jungfernrebe)

Die Fünffingerige Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) ist eine schnell wachsende, laubabwerfende Kletterpflanze, die aus Nordamerika stammt. Sie wurde in Europa als Zierpflanze und zur Begrünung von Fassaden eingeführt. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und schnellen Wuchskraft hat sie sich weit verbreitet. In der Natur tritt sie oft als Aggregat mit der Gewöhnlichen Jungfernrebe (Parthenocissus inserta) auf. Im Gegensatz zu dieser Art besitzt sie ausgeprägte Haftscheiben an den Ranken und grössere Blätter. Ihre handförmig geteilten und dekorativen, im Herbst leuchtend roten Blätter machen sie zu einer beliebten Wahl für Gärten und öffentliche Flächen. Allerdings zeigt sie invasive Eigenschaften, indem sie heimische Pflanzen verdrängen und bauliche Strukturen beschädigen kann.

Blätter der Parthenocissus Inserta Nahaufnahme

Parthenocissus inserta (Gewöhnliche Jungfernrebe)

Die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus inserta) ist eine aus Nordamerika stammende, laubabwerfende Kletterpflanze, die in Europa sowohl als Zierpflanze als auch verwildert verbreitet ist. In der Natur tritt sie oft als Aggregat mit der bekannteren Fünffingerigen Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) auf. Im Gegensatz zu dieser Art besitzt sie weniger ausgeprägte Haftscheiben an den Ranken und bevorzugt daher Rankhilfen wie Bäume oder Zäune. Ihre Blätter sind auffällig fünfblättrig zusammengesetzt, und im Herbst verfärbt sich ihr Laub in leuchtendem Rot. Sie kann in natürlichen Lebensräumen invasive Eigenschaften entwickeln, heimische Pflanzen verdrängen und die Baumgesundheit beeinträchtigen.

Bild von den verfärbten Lupinus Polyphyllus

Lupinus polyphyllus (Vielblättrige Lupine)

Die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) ist eine krautige Pflanze, die aus Nordamerika stammt. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und verbreitete sich hier rasch, vor allem in nährstoffarmen Böden und entlang von Strassenrändern. Ihre auffälligen, kerzenförmigen Blütenstände in leuchtenden Farben machen sie zu einer beliebten Zierpflanze. Sie kann heimische Pflanzen verdrängen und die Bodenbeschaffenheit durch Stickstoffanreicherung verändern.

Ludwigia ×kentiana (Kents Heusenkraut)

Das Kents Heusenkraut (Ludwigia ×kentiana), eine stabile Hybride, ist eine dekorative Wasserpflanze, die mit der Aquaristik bekannt wurde. Mit ihren schmalen, lanzettlichen Blättern in leuchtendem Rot und Grün sowie ihrem buschigen Wuchs ist sie ein beliebtes Gestaltungselement in Aquarien und Wasserlandschaften. Ihre Anspruchslosigkeit und Anpassungsfähigkeit machen sie jedoch in natürlichen Gewässern problematisch. In einigen Regionen Europas, darunter die Schweiz, gilt die Pflanze als invasiv, da sie heimische Wasserpflanzen verdrängen und das ökologische Gleichgewicht stören kann, wenn sie nicht kontrolliert wird.

Blüten der Lonicera Japonica

Lonicera japonica (Japanisches Geissblatt)

Das Japanische Geissblatt (Lonicera japonica) ist eine schnellwüchsige, kletternde Pflanze, die ursprünglich aus Ostasien stammt. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie weltweit als Zierpflanze eingeführt und verbreitete sich schnell in gemässigten und subtropischen Klimazonen. Ihre duftenden Blüten, die oft im Farbverlauf von Weiss zu Gelb erscheinen, machen sie zu einem beliebten Element in Gärten. Jedoch zeigt die Pflanze invasives Verhalten, da sie durch ihr schnelles Wachstum andere Arten verdrängen kann.

Bild des immergrünnen Geissblattes

Lonicera henryi (Henrys Geissblatt)

Henrys Geissblatt (Lonicera henryi) ist eine immergrüne Kletterpflanze, die ursprünglich aus den Bergregionen Chinas stammt. Es wurde im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und ist vor allem wegen seiner attraktiven, dunkelgrünen Blätter und den gelb-roten Blüten in Gärten beliebt. Die Pflanze ist für ihre schnelles Wachstum bekannt und kann sich in natürlichen Lebensräumen ausbreiten. Ihre Anpassungsfähigkeit ermöglicht es ihr, sowohl in halbschattigen als auch in sonnigen Standorten gut zu gedeihen, was sie zu einer potenziell invasiven Art macht.

Blühte der Cotoneaster horizontalis, Lizenz: Père Igor, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Cotoneaster horizontalis (Korallenstrauch)

Der Cotoneaster horizontalis, auch bekannt als Fächer-Zwergmispel oder Korallenstrauch, ist ein robuster, dekorativer Zierstrauch, der ursprünglich aus den Gebirgsregionen West- und Zentralasiens stammt. Mit seinen zierlichen, horizontal verzweigten Ästen, den glänzenden, kleinen Blättern und den leuchtend roten Beeren ist er ein beliebtes Gestaltungselement in Gärten, Parks und öffentlichen Grünanlagen. Der Korallenstrauch ist äusserst pflegeleicht und anpassungsfähig, was ihn jedoch in einigen Regionen problematisch macht. In der Schweiz und anderen Teilen Europas gilt er als invasiv, da er sich schnell ausbreitet und einheimische Pflanzenarten verdrängen kann, wenn er nicht kontrolliert wird.

Bild der Blüte von Cornus Sericea

Cornus sericea (Seidiger Hornstrauch)

Der Seidige Hornstrauch (Cornus sericea) ist ein laubabwerfender Strauch aus Nordamerika, der im 18. Jahrhundert nach Europa eingeführt wurde. Er ist bekannt für seine vor allem im Winter rötlich gefärbten Zweige, und wird häufig als Zierpflanze, vor allem für Hecken, verwendet. Allerdings breitet er sich schnell aus und kann kühle Temperaturen vertragen, wodurch er heimische Pflanzen durch seine dichte Wuchsstruktur verdrängen kann.

Bild der Neophyten Rubus armeniacus

Rubus armeniacus (Armenische Brombeere)

Rubus armeniacus, bekannt als Armenische Brombeere, ist ein stark dorniger Strauch, der in Europa und Nordamerika invasiv ist. Sie bildet dichte Bestände, die einheimische Vegetation verdrängen und die Nutzung von Landflächen erschweren können.

Bild der Neophyten Ailanthus altissima

Ailanthus altissima (Götterbaum)

Ailanthus altissima, auch bekannt als Götterbaum, ist ein schnell wachsender Baum aus Ostasien. Er ist bekannt für seine grossen, gefiederten Blätter. Der Götterbaum kann in städtischen und gestörten Umgebungen gut gedeihen.

Bild der Neophyten Artemisia verlotiorum

Artemisia verlotiorum (Verlotscher Beifuss)

Artemisia verlotiorum, auch bekannt als Verlotscher Beifuss, ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie bildet dichte Bestände und kann einheimische Arten verdrängen, insbesondere in gestörten Lebensräumen und entlang von Verkehrswegen.

Bild der Neophyten Buddleja davidii

Buddleja davidii (Sommerflieder)

Buddleja davidii, auch Schmetterlingsstrauch genannt, stammt aus China und ist bekannt für seine langen, duftenden Blütenstände. Diese Pflanze zieht viele Schmetterlinge an, ist aber invasiv und kann einheimische Arten durch ihre aggressive Ausbreitung verdrängen.

Bild der Neophyten Bunias orientalis

Bunias orientalis (Glattes Zackenschötchen)

Bunias orientalis, bekannt als Östliches Zackenschötchen, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die in Europa weit verbreitet ist. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und kann in landwirtschaftlichen Gebieten und an Straßenrändern große Bestände bilden.

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